Starkregen, Hitzetage und knapper Stadtraum treiben ein System nach oben auf die Prioritätenliste: Biosolar‑Gründächer – also die Kombination aus Photovoltaik und Dachbegrünung. Sie erhöhen die PV‑Effizienz durch Kühlung, verbessern Mikroklima und entlasten mit Retention die Kanalisation. Gleichzeitig gelten strenge Anforderungen an Entwässerung, Statik, Wartungssicherheit und Details an der Abdichtung. Dieser Leitfaden fasst die wichtigsten Punkte für Dachdecker:innen, Spengler, Planer und Architekturbüros zusammen – praxisnah und normbasiert.
Warum Biosolar? Nutzen & Marktimpulse
Doppelnutzung der Dachfläche: Vegetation kühlt die Module, reduziert Hot‑Spots und kann so den Ertrag stabilisieren; PV verschattet wiederum punktuell die Bepflanzung – eine robuste, wechselseitig vorteilhafte Symbiose.
Klimaanpassung durch Retention: Substrat, Drainage und Drosselabflüsse speichern und verzögern Abflussspitzen, was urbane Netze schützt.
Politische Rahmung: In Europa werden Gründächer erstmals im Kontext der Solarpflichten (EPBD‑Überarbeitung) ausdrücklich berücksichtigt – ein Rückenwind für Biosolar‑Konzepte.
Normen & Planung: Was wirklich zählt
Entwässerung dimensionieren
Die Bemessung von Flachdachentwässerungen stützt sich im DACH‑Raum u. a. auf DIN 1986‑100 sowie DIN EN 12056‑3. Für Retentionsdächer kommt die planmäßige Regenrückhaltung auf dem Dach hinzu – statisch nachzuweisen (Zusatzlast!) und hydraulisch über Drossel‑/Notüberlauf sicherzustellen.
Retentionsaufbau
Retentionsdächer werden nahe 0 % Gefälle geplant, damit sich Wasser gleichmäßig verteilt; entscheidend sind definierte Abflussmengen und funktionierende Notentwässerung.
PV‑Aufständerung im Gründach
Fachverbände empfehlen auflastgehaltene Solar‑Gründach‑Systeme, um Durchdringungen der Abdichtung zu vermeiden. So sinken Leckage‑Risiko und Wärmebrücken; die Lasten werden flächig über den Gründachaufbau eingeleitet.
Zugang & Sicherheit
Biosolar‑Dächer brauchen sichere Wartungswege und Kollektivschutz, damit Service an PV, Drosseln und Notüberläufen ohne PSA‑Einweisung möglich ist. Best‑Practice‑Guides betonen die Wartungsfreundlichkeit als Planungsziel.
Praxislink: Wartungswege ohne Dachschäden (ROOFWALK) und Kollektivschutz mit flatguard® von flattec.
Detailplanung auf EPDM‑Dächern
Abdichtungsanschlüsse
Modulstützen & Ballastwannen: Auflast statt Durchdringung bevorzugen; unter Metallwannen Trennlagen vorsehen, um Kontaktkorrosion zur EPDM‑Abdichtung zu vermeiden.
Rinnen & Einläufe: Einlaufhöhen und Laubfang dauerhaft zugänglich planen; Notüberlauf sichtbar führen, damit Störungen erkannt werden. (Normen siehe oben.)
Entwässerung am Dachrand
Lineare Dränsysteme an Attika‑ oder Terrassenrändern verhindern Pfützenbildung und schützen Beläge – wichtig bei Mischdächern (Nutzung + Technik). Draintec‑ähnliche Lösungen erleichtern Gefälle und Anschlussdetails.
Substrat & Vegetation
Für Biosolar‑Sedum eignen sich trockenheitsresistente Arten mit niedriger Wuchshöhe; unter Modulreihen sind pflegarme, schattenverträgliche Mischungen sinnvoll. Planungsleitfäden setzen auf Wartungsgassen zwischen den Modulreihen.
Praxisbeispiele & Anwendungsfälle
Bestandsdach mit PV‑Nachrüstung
Ausgangslage: EPDM‑Flachdach, geringe Resttragreserve, Starkregenereignisse nehmen zu.
Lösung: Auflast‑PV in Biosolar‑Konfiguration mit Retentionsschicht; Drosselabfluss auf z. B. 2–5 l/s je Dachfeld ausgelegt, Notüberläufe an Attika.
Effekt: Höhere PV‑Stabilität bei Hitze, Abflussspitzen gedämpft – weniger Risiken an Gullys und Übergängen.
Gewerbedach mit Terrassenzone
Ziel: Aufenthaltsqualität + Energieproduktion.
Lösung: Linienentwässerung am Rand, Wartungswege parallel zu PV‑Strings, freistehender Seitenschutz als Kollektivschutz (keine Durchdringung).
Hinweis: Wartungsintervalle und Zugang im Betreiberhandbuch fixieren – inkl. Sichtprüfung von Notüberläufen nach jedem Starkregen.
Checkliste für Planer
Normen prüfen: DIN 1986‑100 & DIN EN 12056‑3 für Dimensionierung, Retentionskonzept dokumentieren.
Statik/Lasten: Wasserlast Retention + Auflast PV + Substrat + Wind kombinieren (Sicherheitsbeiwerte).
Aufbau wählen: Auflastgehaltene PV im Solar‑Gründach‑System priorisieren; Trennlagen definieren.
Entwässerung & Notüberlauf: Drosseln, Notüberläufe sichtbar und wartbar, Einlaufhöhen sauber detaliert.
Zugang & Schutz: Wartungswege und Kollektivschutz festlegen (Schnittstellen PV/Grün).
Dokumentation & Service: Pflegeplan für Vegetation, Reinigungsplan für Einläufe/Laubfänge, Jahreswartung.
Fazit
Biosolar‑Gründächer machen das Flachdach vom notwendigen Übel zum Mehrfach‑Nutzenbauteil – Stromerzeugung, Regenrückhaltung, Kühlung und Schutz der Abdichtung. Wer Retentionshydraulik, zugangsfreundliche Sicherheit und abdichtungsfreundliche PV‑Einbindung zusammen denkt, liefert wirtschaftliche Dächer mit Reserven für Wetterextreme.
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